Autor

Dr. Carsten Beta
Dr. Carsten Beta

Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen

Herr Beta (31 Jahre) studierte Chemie in Tübingen, Karlsruhe, Paris, und promovierte am Fritz-Haber-Institut in Berlin. Nach einem Aufenthalt als postdoctoral fellow an der Cornell University, USA, ist er seit Oktober 2005 Forschungsgruppenleiter am MPI für Dynamik und Selbstorganisation

Frage:

Wie funktioniert eigentlich eine Destille?

Antwort:

Eine Destille ist das entscheidende Gerät für die Herstellung hochprozentiger alkoholischer Getränke. Alkohol entsteht durch Vergärung zucker- oder stärkehaltiger Substanzen mit Hilfe winziger biologischer Organismen, wie zum Beispiel bei der Vergärung von Malz und Hopfen durch Hefe beim Bierbrauen. Können wir also einen feinen 40-prozentigen schottischen Whisky durch Vergärung herstellen? Nein. Durch Vergärung kann nur ein Alkoholgehalt von maximal 18 Prozent erreicht werden, denn höhere Alkoholkonzentrationen verträgt die Hefe nicht. Wollen wir ein höherprozentiges Getränk erzeugen, so brauchen wir eine Destille. Sie besteht aus drei Teilen: Einem Behälter zum Verdampfen von Flüssigkeiten, einem Kühler und einem Auffanggefäß. Erhitzt man eine Mischung von Wasser und Alkohol, so beginnt sie zu kochen und wird zu Gas. Alkohol kocht jedoch schon bei niedrigerer Temperatur als Wasser. Daher enthält das aufsteigende Gas viel mehr Alkohol. Im Kühler der Destille wird das Gas abgekühlt. Kühlt man stark genug, so wird das Gas wieder flüssig, man sagt auch „das Gas kondensiert“. Die kondensierte Flüssigkeit enthält ebenso viel Alkohol wie das Gas, also mehr als am Anfang – ein hochprozentiger Schnaps ist entstanden!

 
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