Autor

Dipl.-Phys. Sarah Köster
Dipl.-Phys. Sarah Köster

Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen

Sarah Köster (26 Jahre) hat in Ulm Physik studiert. Nach einem Forschungsaufenthalt in Boston (USA) arbeitet sie mittlerweile am MPI für Dynamik und Selbstorganisation in der Abteilung für Dynamik komplexer Fluide an ihrer Doktorarbeit zum Thema: „Biomoleküle (Aktin, Kollagen) in Mikrokanalsystemen“.

Frage:

Was passiert im Körper bei einer Narkose?

Antwort:

Man kann eine Narkose in drei verschiedene Vorgänge unterteilen. Erstens wird das Bewusstsein ausgeschaltet - man wird also in einen sehr tiefen Schlaf versetzt. Dazu wird im Gehirn die Signalweiterleitung für die bewusste Wahrnehmung „ausgeschaltet". Es gibt im Gehirn zum einen elektrische Signalweiterleitung innerhalb einer Nervenzelle (eines Neurons), die man sich sehr vereinfacht wie die elektrische Leitung in einem Stromkabel vorstellen kann. Und zum anderen chemische Signalweiterleitung zwischen den einzelnen Nervenzellen. Dabei werden bestimmte Moleküle (Botenstoffe) zwischen den Zellen ausgetauscht. Mit bestimmten Medikamenten kann man nun diese Signalweiterleitung unterbrechen und damit das bewusste Erleben hemmen - der Patient schläft, ist bewusstlos. Aber selbst aus einem sehr tiefen Schlaf würde man während der Operation aufwachen, weil die Schmerzen zu stark wären. Deshalb wird nun zweitens mit starken Schmerzmitteln das Schmerzempfinden gehemmt. Diese Medikamente wirken ganz ähnlich wie oben erklärt - nur dass sie auf andere Bereiche im Gehirn wirken, auf diejenigen nämlich, die die Schmerzempfindung steuern. Als dritte Maßnahme werden noch die Muskeln relaxiert. Das bedeutet, dass die Muskeln entspannt sind, denn für viele Operationen ist es wichtig, dass der Chirurg den Patienten gut bewegen kann.

 
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