Autor

Dr.  Holger Stark
Dr. Holger Stark

Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen

Privatdozent Dr. Holger Stark (42 Jahre) hat an der Universität Stuttgart Physik studiert und 1993 mit einem Thema aus dem Gebiet der Flüssigkristalle promoviert. Danach forschte er für 2 1/2 Jahre in Philadelphia (USA). Nach seiner Habilitation in Stuttgart (1999) forschte und lehrte er an der Universität Konstanz mit einem Heisenberg-Stipendium. Seit Feb. 2006 ist er Gruppenleiter in der Abteilung Dynamik komplexer Fluide am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, wo er weiche Materie und biologische Systeme mit theoretischen Methoden untersucht.

Frage:

Warum gibt es Schwerkraft?

Antwort:

Schwerkraft bestimmt unsere gesamte Existenz, im unvorstellbar Grossen, dem Kosmos, und im dazu Kleinen hier auf der Erde. Sie bestimmt, wie die Planeten unseres Sonnensystems, einschließlich der Erde, um die Sonne kreisen; nämlich auf elliptischen, also deformierten Kreis-Bahnen. Auch legt sie über Einsteins allgemeine Relativitätstheorie die Gestalt unseres gesamten Universums fest. Ohne die "nach unten gerichtete" Schwerkraft könnten wir nicht auf dem Erdboden gehen und die Bäume wüchsen nicht in den Himmel. Schwerkraft ist dafür verantwortlich, dass Luftmoleküle zum Erdboden gezogen werden und damit die Luft auf den Bergen dünner ist.

Es war die Leistung eines der bedeutendsten Physiker der Neuzeit, Isaac Newton (1643-1727), der erkannte, dass sich alle Körper, egal ob belebt oder unbelebt, ob Planet oder Mensch, mit einer Kraft anziehen, die abnimmt, wenn sich die Körper voneinander wegbewegen. Zum Beispiel halbiert sich die Kraft, wenn der Abstand der Körper verdoppelt wird. Wir Physiker sagen, die Kraft verhält sich proportional zum inversen Abstand der Körper. Der Legende nach bekam Newton die Idee, als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel. Der bedeutendste Physiker des letzten Jahrhunderts, Albert Einstein (1879-1955), zeigte schließlich, wie man Schwerkraft als Ergebnis der Krümmung der Raumzeit zu deuten hat. So wie schwere Kugeln eine Gummihaut dehnen, deformieren sehr schwere Körper nachweißlich die vierdimensionale Raumzeit, bestehend aus unseren drei Raumdimensionen (Höhe, Breite, Tiefe) und der Zeit.

 
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