Ramin Golestanian wird Mitglied der Royal Society

27. Mai 2026

Die nationale Akademie der Wissenschaften des Vereinigten Königreichs nimmt jährlich herausragende Forscher aus verschiedenen Fachbereichen in ihre Reihen auf, um deren außergewöhnliche Beiträge zur Wissenschaft zu würdigen. In diesem Jahr gehört MPI-DS-Direktor Ramin Golestanian zu den neuen Fellows der Royal Society. „Ich fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten, die ich zweifellos dem Privileg verdanke, über die Jahre hinweg mit so vielen brillanten Studierenden, Postdocs und erfahrenen Kollegen zusammengearbeitet zu haben“, sagt Golestanian. Seit 2010 ist er Professor für Theoretische Festkörperphysik an der Universität Oxford. Im Jahr 2018 wurde er zum Direktor am MPI-DS in Göttingen ernannt.

Seine Forschung umfasst verschiedene Aspekte der statistischen Physik außerhalb des Gleichgewichts, der weichen Materie und der Biophysik. In seiner Abteilung „Physik lebender Materie“ untersucht Ramin Golestanian, wie sich Materie selbst organisiert und zu Mustern anordnet, die bestimmte Funktionen erfüllen und schließlich lebendige Strukturen bilden. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er universelle theoretische Modelle, die auf verschiedene biologische Systeme angewendet werden können, um die zugrunde liegenden physikalischen Prinzipien besser zu verstehen. Dazu gehören unter anderem Selbstorganisation aufgrund nicht-reziproker Wechselwirkungen, autonome Formveränderung selbstorganisierter Strukturen, Selbstorganisation von Stoffwechselkreisläufen am Ursprung des Lebens sowie die Entschlüsselung der Nichtgleichgewichtsdynamik lebender Materie mithilfe von Werkzeugen der statistischen Physik.

Im Jahr 2017 wurde er zum Fellow der American Physical Society gewählt, gefolgt von der Aufnahme in die Göttinger Akademie der Wissenschaften in Niedersachsen im Jahr 2021. Nun heißt Sir Paul Nurse, Präsident der Royal Society, ihn zusammen mit über 90 weiteren Fellows in der renommierten wissenschaftlichen Gesellschaft des Vereinigten Königreichs willkommen: „Unsere Gemeinschaft wird nicht nur durch individuelle Verdienste gestärkt, sondern auch durch die Vielfalt der Perspektiven und Erfahrungen, die ihre Mitglieder einbringen. Diese neue Kohorte unterstreicht den wahrhaft internationalen Charakter der zeitgenössischen Wissenschaft und verdeutlicht die entscheidende Rolle von Zusammenarbeit bei der Erzielung von Durchbrüchen, die uns allen zugutekommen.“

 

Über die Royal Society

Die Aufgabe der Royal Society besteht darin, wissenschaftliche Exzellenz anzuerkennen, zu fördern und zu unterstützen sowie die Entwicklung und Nutzung der Wissenschaft zum Wohle der Menschheit voranzutreiben. Die bereits in den 1660er Jahren gegründete Gesellschaft wählt herausragende Forscher aus aller Welt zu ihren Mitgliedern (englisch: Fellows).

Die Fellows und ausländischen Mitglieder reihen sich in die Riege berühmter Wissenschaftler*innen wie Stephen Hawking, Isaac Newton, Charles Darwin, Albert Einstein, Lise Meitner, Subrahmanyan Chandrasekhar und Dorothy Hodgkin ein.

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