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Carolin Hoffrogge
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Göttinger Fokus komplexe Fluiddynamik

Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation weiht neues Institutsgebäude ein

12. September 2017

Gemeinsam mit der Niedersächsischen Staatssekretärin aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur Andrea Hoops, der Präsidentin der Universität Göttingen Ulrike Beisiegel sowie dem Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler weihte das Direktorium des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) den „Göttinger Fokus komplexe Fluiddynamik“ mit einem feierlichen Festakt ein. Dieser neue Forschungsbau kostete fünf Millionen Euro und wurde jetzt mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft sowie unter Förderung durch das Land Niedersachsen mit € 2 Millionen fertiggestellt.

Grundriss eines Klostergebäudes

Zur musikalischen Untermalung der Einweihungsfeier spielte die Instituts-Band des MPIDS auf. Bild vergrößern
Zur musikalischen Untermalung der Einweihungsfeier spielte die Instituts-Band des MPIDS auf.

Der Neubau schließt sich mit einer überdachten Brücke an das Hauptgebäude des MPIDS an und schließt damit eine Lücke, räumlich wie baulich. „Der Schlussstein sitzt“, sagte Direktor Prof. Stephan Herminghaus bei der Feierstunde im zentralen Gemeinschaftsraum vor  Ehrengästen und Mitarbeitern - im Juli 2015 starteten die Arbeiten, im Mai 2017 wurden sie beendet. Auf einem mächtigen Betonsockel schwebt das zweistöckige, am Hang gelegene Gebäude, das aus Holz gebaut ist. Im Inneren gruppieren sich um ein grün gestrichenes Atrium mit Glasdecke die funktionell gestalteten Büros. "Mit einer Gesamtfläche von 1275 Quadratmetern verfolgt der Göttinger Fokus Komplexe Fluiddynamik dabei das klösterliche Prinzip", betont Wolf Seufert als Bauherrenvertreter der Max-Planck-Gesellschaft in München. Denn der Grundriss ähnelt dem eines Klostergebäudes: Um den Treffpunkt, das Atrium, sind die Denkzellen der Forschenden auf zwei Geschossen angelegt. "Rückzug und Begegnung - unter dieser Prämisse werden heute moderne Forschungsgebäude gebaut", so Seufert.

Ungelösten Fragen der Fluiddynamik auf den Grund gehen

In dem neuen Gebäude haben  internationale und nationale Wissenschaftler die Möglichkeit, ihre Forschung an der Göttingen Turbulence and Microfluidics Facility sowie in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Physik der Universität Göttingen und dem neuen Max Planck-University Twente Center for Complex Fluid Dynamics durchzuführen. Als international sichtbares und vernetztes Zentrum erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Göttinger Fokus Komplexe Fluiddynamik Strömungen von der Mikro- bis zur Makroskala. Denn auch heute - hundert Jahre nach der bahnbrechenden Tragflächentheorie von Ludwig Prandtl, ohne die der moderne Flugverkehr un­denkbar wäre - sind wesentliche Fragen der Fluiddynamik noch immer unbeantwortet. Dazu gehört das ungelöste Rätsel der physikalisch korrekten Beschreibung turbulenter Strömungen ebenso wie die Vorhersage mehrphasiger Strömungen in komplexen Geometrien, die Strömung komplexer Flüssigkeiten, oder auch das Verhalten aktiver Fluide, wie sie uns in lebender Materie begegnen. Ohne ein tiefes Verständnis dieser Systeme sind viele drängende Probleme der Gegenwart nicht lösbar.

Außeruniversitäre und universitäre Forschung als gelebte Praxis

Andrea Hoops, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, sagt: "Der Neubau ist ein Symbol für die erfolgreiche wissenschaftliche Entwicklung des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation. Durch den Einzug in den Erweiterungsbau kann das Institut künftig noch enger mit dem Nachbarinstitut auf dem Faßberg und den Instituten der Universität zusammenarbeiten und sich im Verbund des Göttingen Campus austauschen. Die exzellente Vernetzung von außeruniversitärer und universitärer Forschung, insbesondere mit der Universitätsmedizin und der Universität Göttingen, ist hier gelebte Praxis. Dadurch wird der Forschungsstandort Göttingen sowie seine internationale Sichtbarkeit weiter gestärkt und zu einem richtigen ‚Hingucker‘ in der deutschen Wissenschaftslandschaft."

Die Präsidentin der Universität Göttingen, Professor Dr. Ulrike Beisiegel ergänzt: "Besonders die Nachwuchsförderung ist bei Max Planck außerordentlich gut, speziell am MPIDS, wodurch der Start für junge Leute noch besser gelingt", so Beisiegel. Gerade erst wurden neue Max Planck Schools ins Leben gerufen an denen auch das MPIDS beteilig ist. Die Mitwirkung an Sonderforschungs­bereichen und dem Bernstein Center für Computational Neuroscience ist schon seit vielen Jahren ein Erfolgsgarant. "Wir freuen uns auch, dass die Kollegen von den Göttinger Max Planck Instituten mit uns sprechen und gut zusammenarbeiten. Von anderen Standorten wissen wir, dass dies nicht selbstverständlich ist", ergänzte sie mit einem Schmunzeln.

Erfolgreiches Wachstum

Darüber hinaus hob der Oberbürgermeister der Stadt Göttingen Rolf-Georg Köhler in seiner Rede das Wachstum und die erfolgreiche Ausweitung des MPIDS sowie des Max Planck Campus hervor. "Insbesondere das EcoBus-Projekt, das die Mobilität der Bevölkerung in Stadt und Land verbessern wird, ist sehr wichtig für die Region. Ich freue mich, dass der EcoBus über den Südniedersachsenplan erstmalig in Südniedersachsen ausprobiert wird."

Abschließend betonte der Geschäftsführende Direktor Prof. Dr. Stephan Herminghaus, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen für die Weiterentwicklung des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation ist. 

 
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