Autor

Prof. Dr.  Eberhard Bodenschatz
Prof. Dr. Eberhard Bodenschatz
Abteilungsleiter "Hydrodynamik, Strukturbildung und Biokomplexität"
Telefon:+49 551 5176 300Fax:+49 551 5176 302

Laboratory for Fluid Dynamics, Pattern Formation and Biocomplexity

Eberhard Bodenschatz

Physik-Professor
Direktor am MPI für Dynamik und Selbstorganisation
Göttingen

Forschungsgebiete:
Nichtlineare Systeme, Strukturbildung, Chaos und Turbulenz

Frage:

Warum herrscht im Weltraum ein Vakuum?

Antwort:

Um diese Frage zu beantworten wollen wir erstmal den Begriff Vakuum definieren. Vakuum herrscht wenn der Gasdruck kleiner ist als der Atmosphärendruck. Wenn man mit einem Strohhalm einen Trinkkarton leer saugt, entsteht ein Vakuum. Solch ein Vakuum hat immer noch ca. 10 000 000 000 000 000 000 000 (das sind 10 000 Milliarden Milliarden) Gasmoleküle je Liter Volumen. Je weniger Gasmoleküle sich in einem Volumen befinden desto besser ist das Vakuum. Mit den besten Pumpen erreicht man derzeit ein Vakuum mit weniger als 10 000 000 (10 Millionen) Gasmolekülen pro Liter. Dies ist immer noch viel schlechter als das Vakuum im interstellaren Weltraum (also im leeren Raum zwischen den Sternen). Dort findet man weniger als 1 000 Gasmoleküle pro Liter - das Vakuum ist also fantastisch gut. Nun zur eigentlichen Frage - Warum ist das so? Der Grund ist die Gravitationskraft. Alles, was eine Masse hat, zieht sich an. Gasmoleküle werden von großen Massen (Galaxien, Sterne, Planeten) angezogen, sozusagen „aufgesaugt". Ein Beispiel ist die Atmosphäre unserer Erde, die uns Luft zum Atmen gibt. Die meisten Gase sind in Galaxien gebunden und damit ist der riesige interstellare Weltraum fast leer.

 
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