Autor

Holger Hennig
Holger Hennig

Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen

Holger Hennig (29 Jahre) studierte Physik in Göttingen und Heidelberg. Sein Studium schloss er mit dem Diplom ab. Seit November 2004 ist er Doktorand in der AG Nichtlineare Dynamik am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Derzeit beschäftigt er sich im Rahmen seiner Promotion intensiv mit dem elektronischen Transport in mesoskopischen Systemen.

Frage:

Was sind Sonnenflecken?

Antwort:

Fast jeder Mensch hat es wohl schon einmal beobachtet: Man sitzt an einem Lagerfeuer, betrachtet die Glut, und wenn es leicht zu regnen beginnt, dann erscheinen schwarze Flecken in der Glut – dort, wo die Glut durch den Regen abkühlt. Ähnlich verhält es sich mit Sonnenflecken: Es sind dunkle Stellen auf der Sonnenoberfläche. Sie sind kühler als der Rest der Oberfläche und erscheinen daher als dunkle Flecken. Wie entsteht aber nun so ein Sonnenfleck?

Natürlich fällt kein Regen auf die Sonne. Die Flecken werden vielmehr durch innere Prozesse in der Sonne hervorgerufen. Wie auch die Erde hat die Sonne ein Magnetfeld, allerdings ein wesentlich stärkeres. Die Sonnenflecken entstehen durch örtliche Störungen im gewaltigen solaren Magnetfeld, die das Austreten von Wärme aus dem heißen Sonneninnern an die Oberfläche behindern. Die normale Oberflächentemperatur der Sonne beträgt ca. 6 000° Celsius. Brächte man ein Thermometer in einen Sonnenfleck, so würde man eine Temperatur von etwa 4 000° Celsius messen – immer noch ziemlich heiß. Sonnenflecken erscheinen auf Bildern nur deshalb so dunkel, weil in Sonnenteleskopen starke Filter benutzt werden, um die noch hellere Restoberfläche abzudunkeln. Die Flecken treten in einem etwa 11-jährigen Zyklus vermehrt auf – wir befinden uns derzeit in einer Phase mit minimalem Fleckenvorkommen. Je mehr Sonnenflecken, desto höher ist die Aktivität der Sonne, welche man beispielsweise an der Häufigkeit von Flares (Sonneneruptionen) ablesen kann.

Die ältesten schriftlich niedergelegten Beobachtungen von Sonnenflecken stammen von chinesischen Astronomen aus dem Jahr 28 v. Chr. Galileo Galilei schrieb im Jahre 1613 in seinen „lettere solari“ von seinen Beobachtungen der Sonnenflecken und gab ihnen die heutige Interpretation, nämlich, dass die dunklen Flecken Strukturen auf der Oberfläche der Sonne selbst sind. Die Flecken können bei klarem Himmel direkt von der Erde aus beobachtet werden. Allerdings darf nicht ungeschützt in die Sonne geblickt werden, erst recht nicht mit einem Fernglas. Das kann zu schweren Augenschäden führen. Leichter geht’s im Internet: Unter www.polarlichtinfo.de (>Vorhersage>Sonnenflecken) kann man sich ein täglich aktuelles Bild der erdzugewandten Sonnenoberfläche ansehen.

 
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